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POSITIONIERUNG & WEG

Wie finde ich meine Positionierung als Interim Manager?

Wer in 30 Sekunden nicht klar sagen kann, wofür er steht, verliert die Shortlist. Ihre Positionierung entscheidet, ob Provider Sie einordnen können oder nicht.
Definition & abgrenzung

Was ist eigentlich eine Positionierung im Interim Management?

Positionierung ist die knappe, konsistente Antwort auf die Frage, wofür ein Provider oder Kunde Sie buchen sollte. Sie besteht aus drei Teilen: einer Kernkompetenz (Ihre stärkste, nachweisbare Fähigkeit), einem Kontext (Branche, Unternehmensgröße, Situation, in der diese Fähigkeit wirkt) und einer Abgrenzung (was Sie bewusst nicht anbieten). Erst alle drei zusammen machen ein Profil greifbar - einzeln bleiben sie vage.

Wichtig ist die Abgrenzung zu zwei Nachbarbegriffen: Positionierung ist nicht dasselbe wie Sichtbarkeit (ob man überhaupt gefunden wird) und nicht dasselbe wie der Tagessatz (was die Leistung kostet). Eine scharfe Positionierung ist die Voraussetzung, damit Sichtbarkeit und Tagessatz überhaupt wirken können.
WArum die Positionierung entscheidet

Der Markt hat sich verändert: Provider entscheiden früher.

Auftraggeber suchen gezielter, prüfen schneller und legen früher fest, wer auf die Shortlist kommt. Wer dann kein scharfes Profil hat, fällt raus - unabhängig davon, wie gut die bisherige Arbeit war. Viele erfahrene Interim Manager können in 30 Sekunden nicht klar sagen, wofür sie stehen und wofür nicht. Das kostet Sie Mandate.
Vermittlung von Interim Managern
„Wofür buche ich Sie - in einem Satz?"
Diese Frage stellt jeder Provider, jeder Kunde. Die meisten Interim Manager antworten zu breit, zu schwach - oder gar nicht. Genau hier setzt Positionierung an.

DER UNTERSCHIED IN DER PRAXIS

Positionierung im Interim Management - 
von austauschbar zu sofort buchbar. 

VORHER

„Ich bin Projektmanager mit Erfahrung in Supply Chain, Logistik und Digitalisierung. Ich arbeite sowohl operativ als auch strategisch.“

Zu breit - nicht unterscheidbar. Kein klares Problem benannt. Provider kann nicht einordnen.

NACHHER

„Jäger der Prozesse: Cash und EBIT durch schlankere Prozesse und optimierte Bestände in Einkauf und Supply Chain. Schnell, nachhaltig, effektiv."

Konkrete Situation. Klare Funktion. Der Entscheider kann sofort einordnen.
Wie eine positionierung entsteht

Vom breiten Profil zum klaren Satz.

Positionierung entsteht in vier gedanklichen Schritten - egal ob man sie allein durchdenkt oder begleitet angeht.
01

Standort

Ehrlich prüfen: Wofür wurden Sie bisher tatsächlich beauftragt? Nicht wofür Sie sich selbst halten.
02

Vertiefung

Konfrontierende Fragen stellen: Wo sind Sie wirklich stark, wo überschätzen Sie sich, wo bleiben Sie bewusst breit?
03

Verdichtung

Aus der Analyse wird der Ich-Satz - ein prägnanter Satz, der sofort ein Problem verknüpft, plus eine bewusste Nein-Liste.
04

Konsistenz

CV, Projektliste, LinkedIn und Website müssen dieselbe Geschichte erzählen - etwa im 200%-Lebenslauf, der Ergebnisse statt Aufgaben zeigt.
05

Optimierung

Positionierung ist nie abgeschlossen. Nach jedem Mandat kurz prüfen, ob Kernkompetenz, Kontext und Abgrenzung noch stimmen.
In der Praxis braucht es meist zwei Versionen: eine kurze Übersicht, die ein Provider in 30 Sekunden lesen kann, und eine ausführliche Fassung mit den Details je Mandat für das vertiefende Gespräch.
Optimierung: Scan and Improve
Der entscheidende hebel

Wer nicht sagen kann, was er NICHT macht, hat keine Positionierung.

Die meisten Interim Manager können problemlos aufzählen, was sie alles können. Genau das macht sie für Provider schwer greifbar. Eine bewusste Nein-Liste - Mandatstypen, Branchen oder Rollen, die Sie ab jetzt konsequent ablehnen - ist oft aussagekräftiger als jede Liste von Fähigkeiten. Sie schafft Klarheit darüber, was übrig bleibt.

Eine gute Positionierung ist zudem nicht starr: 2–3 zulässige Rollenspielräume geben Flexibilität, ohne die Schärfe zu verlieren. Und sie ist nie endgültig - wer sie einmal ernsthaft durchdenkt, hat aber eine Basis, die über Jahre trägt.

UNTERLAGEN

Wie unterscheidet sich ein Interim CV von einem Festanstellung Lebenslauf?

Positionierung entsteht in vier gedanklichen Schritten - egal ob man sie allein durchdenkt oder begleitet angeht.

FESTANSTELLUNG CV

Chronologisch, lückenlos, mit Zuständigkeiten. Zeigt Verlässlichkeit über eine lange Betriebszugehörigkeit. Weiche Formulierungen sind erlaubt, Ergebnisse eher optional.

INTERIM CV

Mandatsbezogen, ergebnisorientiert, oft im STAR-Format (Situation - Aufgabe - Aktion - Ergebnis). Jedes Mandat muss die Frage beantworten: Was war vorher, was war nachher - mit belegbaren Zahlen. Lücken zwischen Mandaten sind normal, müssen aber nicht erklärt werden wie in der Festanstellung.
Zeitlicher Aufwand

Wie mache ich mich als Interim Manager selbständig?

1. Anmeldung

Gewerbeanmeldung oder Anmeldung als Freiberufler beim Finanzamt, je nach Tätigkeitsschwerpunkt.

2. Basis aufsetzen

Buchhaltung, Rechnungsstellung und eine Kalkulation des eigenen Tagessatzes - in wenigen Wochen machbar.

3. Vorbereitung

Der eigentliche Aufwand liegt hier: Positionierung und Netzwerk müssen stehen, bevor eine konkrete Gelegenheit ansteht.
Rechtliche Details zur Abgrenzung von Scheinselbstständigkeit finden Sie auf der Grundlagen-Seite.
Sichtbarkeit & netzwerk

Wie baue ich ein Netzwerk auf, das Mandate bringt?

Die meisten Mandate entstehen nicht über klassische Bewerbungen, sondern über Empfehlungen und ein sichtbares Netzwerk. LinkedIn ist deshalb kein optionaler Kanal, sondern der zentrale Ort, an dem Positionierung sichtbar wird - vorausgesetzt, Profil und Beiträge transportieren durchgehend dieselbe Geschichte statt beliebiger Themen.

Bestehende Kontakte

Aktiv informieren: Sie sind jetzt als Interim Manager verfügbar

Verbände und Vereine

Verbände, Vereine und Branchenevents als Zugang zu Netzwerk und Vertrauen.

Eigene Multiplikatoren

Personalberater, Provider und andere Interim Manager gezielt aufbauen.

LinkedIn Netzwerk

Durchgängige Geschichte statt beliebiger Themen - einer der zentralen Sichtbarkeitskanäle.
Ein Netzwerk, das nur aus der Zeit der Festanstellung stammt, reicht selten. Akquise im Interim Management ist damit weniger ein einzelner Vertriebsprozess als kontinuierliche Sichtbarkeits-Arbeit - die lange vor dem ersten Mandat beginnt.
DER FEHLENDE BLICKWINKEL

Warum fachliche Exzellenz allein nicht reicht.

Wer als Interim Manager startet, wird über Nacht zum Unternehmer - auch wenn sich das oft nicht so anfühlt. Neben der fachlichen Rolle im Mandat kommen Aufgaben dazu, die in der Festanstellung jemand anderes übernommen hat: die eigene Vermarktung, die Preisverhandlung, die Kalkulation der eigenen Auslastung, das Zeitmanagement zwischen Akquise und laufenden Mandaten.

Viele erfahrene Fach- und Führungskräfte unterschätzen genau diesen Teil. Sie sind fachlich hervorragend aufgestellt, aber unvorbereitet auf die unternehmerische Seite und wundern sich, warum trotz Kompetenz keine Anfragen kommen. Die Antwort liegt nicht in der fachlichen Qualifikation, sondern darin, wie sichtbar und wie klar positioniert man im Markt auftritt.
Die Reise hat begonnen
Kurz Gefragt

Häufige Fragen zur Positionierung

Die meisten Interim Manager arbeiten selbstständig oder über eine eigene Gesellschaft. Eine Festanstellung parallel zu Mandaten ist unpraktisch, da Mandate oft kurzfristig und in Vollzeit beginnen.
Ja, das ist sogar der Regelfall. Interim Management setzt operative Führungserfahrung voraus, keine klassische Beraterlaufbahn.
Der freiberufliche Einstieg oder der Weg über einen Provider-Pool erfordern den geringsten administrativen Aufwand - eine eigene GmbH lohnt sich meist erst später.

Positionierung steht. Als Nächstes: Ihr Tagessatz.

Wer nicht allein weiterdenken will: Im kostenlosen Erstgespräch prüfen wir gemeinsam, wo Ihre Positionierung heute steht.
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Marko Weißhaar
Am Reuthsee 11
91325 Adelsdorf