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Verdienst & Kalkulation

Was verdient ein Interim Manager?

Der Tagessatz ist nur die halbe Rechnung. Wer Auslastung, Akquisezeit und Absicherung nicht mitdenkt, kalkuliert sich arm - trotz gutem Satz.
Definition & abgrenzung

Der Tagessatz

Der Tagessatz eines Interim Managers liegt üblicherweise zwischen 1.000 und 1.500 Euro, abhängig von Erfahrung, Branche und Mandatsart. Anders als beim Gehalt in Festanstellung trägt der Interim Manager unternehmerisches Risiko und kalkuliert Auslastung, Akquisezeit und Altersvorsorge selbst ein. Wer den Tagessatz allein an der bisherigen Gehaltsvorstellung ausrichtet, unterkalkuliert häufig.

Wie berechne ich meinen Tagessatz?

Eine bewährte Faustregel aus der Praxis: 1% des Brutto-Jahresgehalts einer vergleichbaren Festanstellung entspricht dem Tagessatz im Direktvertrieb, ohne Provider. Bei einem Jahresgehalt von 110.000€ (inkl. Bonus) ergibt das einen Tagessatz von rund 1.100€. Bei sehr hohen Gehaltsstufen (ab ca. 300.000€, etwa CFO/CEO-Ebene) fällt der prozentuale Wert meist etwas geringer aus, da Festangestellte dort bereits über mehr Eigenflexibilität verfügen.

In die tatsächliche Kalkulation fließen daneben mehrere Faktoren ein: die eigene Qualifikation und Erfahrung, Angebot und Nachfrage in der jeweiligen Branche, projektspezifische Anforderungen wie Komplexität und Reisetätigkeit, sowie die eigene Kostenstruktur - Versicherungen, Rücklagen und die realistisch erzielbare Auslastung.

Wer über einen Provider arbeitet statt im Direktvertrieb, sollte zudem einkalkulieren, dass Provider im Schnitt 25–30% auf den Tagessatz aufschlagen - wovon ein Teil durch Vorauswahl, Verhandlung und Zahlungssicherheit gerechtfertigt ist.
Faustregel direktvertrieb
Jahresgehalt (Brutto, inkl. Bonus)
110.000€
Faustregel
1% = Tagessatz
Tagessatz (Direktvertrieb)
≈ 1.100€
Ohne Provider. Über einen Provider schlägt dieser im Schnitt 25–30% auf  dafür übernimmt er Vorauswahl, Verhandlung und Zahlungssicherheit.
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Auslastung

Wie viele Tage bin ich tatsächlich im Mandat?

Der größte Kalkulationsfehler bei Einsteigern: von 220 oder mehr abrechenbaren Tagen im Jahr auszugehen, wie in einer Festanstellung. Von 250 möglichen Arbeitstagen im Jahr gehen realistisch Urlaub, Akquisezeit und Weiterbildung ab - in der Praxis bleiben oft rund 195 Tage als maximale Auslastung bei 100%.

Die tatsächliche Auslastung liegt aber selten bei 100%: Bei 75% Auslastung sind das beispielsweise 146 abrechenbare Tage im Jahr, nicht 250. Gerade im ersten Jahr ist die Auslastung meist niedriger, weil Positionierung und Netzwerk erst noch tragen müssen (siehe unsere Seite zur Positionierung). Wer das in der ersten Kalkulation nicht berücksichtigt, gerät schnell unter finanziellen Druck - nicht weil der Tagessatz zu niedrig war, sondern weil zu wenige Tage tatsächlich abgerechnet wurden.
ABSicherung & risikomanagement

Wie sichere ich mich als Interim Manager ab?

Kranken-versicherung

Als Selbstständiger meist freiwillig gesetzlich oder privat, ohne Arbeitgeberanteil. In der Regel der größte Einzelposten der Absicherung - erreicht schnell einen fünfstelligen Jahresbetrag und wird oft unterschätzt.

Altersvorsorge / Rente

Fällt komplett in Eigenverantwortung. Ohne aktive Vorsorge bleibt am Ende der Karriere eine Lücke, die sich rückwirkend kaum schließen lässt.

Berufshaftpflicht / D&O

Gerade bei Mandaten mit Entscheidungsbefugnis relevant, um sich gegen Ansprüche aus Fehlentscheidungen abzusichern - mit rund 1.000€/Jahr vergleichsweise überschaubar.

Finanzielle Rücklagen

Ein Liquiditätspuffer für mandatsfreie Zeiten ist keine Kür, sondern Grundvoraussetzung, um nicht aus finanzieller Not das erstbeste statt das passende Mandat anzunehmen.

VOR- & NACHTEILE

Lohnt sich der Wechsel finanziell wirklich?

VORTEILE

  • Höherer Tagessatz als vergleichbares Festgehalt pro Arbeitstag
  • Freie Wahl der Mandate mit wachsender Positionierung
  • Steuerliche Gestaltungsspielräume als Selbstständiger

NACHTEILE / RISIKEN

  • Kein Gehalt zwischen zwei Mandaten
  • Volle Eigenverantwortung für Kranken-, Renten- und Berufsunfähigkeitsabsicherung
  • Akquise- und Netzwerkarbeit sind unbezahlte, aber notwendige Zeit
  • Einkommen schwankt stärker als in der Festanstellung, besonders im ersten Jahr
Kurz Gefragt

Häufige Fragen zur Positionierung

Nein. Entscheidend ist die Kombination aus Tagessatz und tatsächlicher Auslastung über das Jahr - ein hoher Satz bei wenigen abrechenbaren Tagen kann unter einem soliden Festgehalt liegen.
Mit einer klaren Positionierung lässt sich der Satz besser begründen als mit einem reinen Erfahrungswert - konkrete Ergebnisse aus früheren Mandaten sind das stärkste Argument.
Ein zu niedriger Einstiegssatz ist schwer nach oben zu korrigieren und signalisiert oft weniger Erfahrung, als tatsächlich vorhanden ist. Sinnvoller ist meist ein realistischer, aber nicht unterwertiger Satz - kombiniert mit einer klaren Positionierung.

Tagessatz und Positionierung hängen zusammen.

Ein starker Tagessatz lässt sich nur mit einer klaren Positionierung durchsetzen. Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir, wo Sie stehen.
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Am Reuthsee 11
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